Logo Kanton Bern / Canton de BerneKantonale Gewässerrichtpläne

Gewässerrichtplan Saane unterhalb Schiffenensee (2026)

Es ist geplant, für alle Gewässer im Kanton Bern mit erhöhtem Koordinationsbedarf – dazu gehört auch die Saane – Gewässerrichtpläne (GRP) zu realisieren. Diese Seite informiert über den aktuellen Stand der Planungs- und Umsetzungsarbeiten im Zusammenhang mit diesem Gewässerrichtplan.

Gewässerrichtplan Saane, Tiefbauamt des Kantons Bern
Saane bei Gümmenen (Foto: Alina Schiesser, September 2022)

Ausgangslage

Die Saane ist ein 126 km langer Fluss, der in den Waadtländer Alpen entspringt, kurz durch das Berner Oberland fliesst und anschliessend mehrheitlich im Kanton Freiburg verläuft, bei Laupen wieder in den Kanton Bern eintritt und schliesslich in die Aare mündet.

Die untere Saane wurde seit dem 19. Jahrhundert stark verbaut, begradigt und kanalisiert. Sie ist heute weitgehend von ihren Auen getrennt, vielerorts mit veralteten Ufersicherungen aus Betonblöcken versehen und kaum naturnah ausgeprägt. Unterhalb der Schiffenenstauanlage besteht ein Geschiebeungleichgewicht, da die Saane durch die Stauanlage weitgehend geschiebefrei ist und Geschiebe nur noch über die Sense erhält. Dies beeinträchtigt den Lebensraum ebenso wie die heutige Schwall-Sunk-Situation, welche die ökologischen Lebensbedingungen für Fische und andere Lebewesen zusätzlich belastet. Im Mündungsbereich wird die Saane zudem durch den Einstau des Niederried-Stausees der BKW beeinflusst, welcher ebenfalls Auswirkungen auf den Geschiebehaushalt hat.

Der Regierungsrat hat mit dem Beschluss vom 24.04.2024 den Wasserbauverband Untere Saane beauftragt, den Gewässerrichtplan auszuarbeiten. Der Gewässerrichtplan betrachtet den letzten Abschnitt der Saane, ab dem Eintritt in den Kanton Bern bis zur Aare. Die geplanten Massnahmen beziehen sich auf den Einflussbereich der Saane sowie auf die Mündungsbereiche einzelner Seitenbäche.

Perimeter des Gewässerrichtplans (Quelle: swisstopo, 2026)

Ziele

Ziel des Gewässerrichtplans ist es, die zahlreichen Interessen an der unteren Saane aufeinander abzustimmen und eine behördenverbindliche Grundlage für die wasserbauliche Planung der nächsten Jahre zu schaffen. Dabei stehen insbesondere Hoch- und Trinkwasserschutz, Gewässerökologie, Landwirtschaft, Energie und Naherholung im Vordergrund. Zudem sollen die Auen als wertvolle Lebensräume erhalten, aufgewertet und durch gezielte Renaturierung, wenn möglich wieder besser an die Saane angebunden werden.

Überflutete Landwirtschaftsflächen nach dem Hochwasser vom 22.8.2005, Wilerau (Quelle: Markus Brügger, 2005)

Projektorganisation

Der Wasserbauverband Untere Saane ist ein Gemeindeverband von Laupen, Mühleberg, Ferenbalm, Wileroltigen und Kallnach. Dem Wasserbauverband wurde die Wasserbaupflicht an der Saane durch die entsprechenden Gemeinden übertragen. Da der Verband die Wasserbaupflicht für den gesamten Perimeter des Gewässerrichtplans abdeckt, hat der Regierungsrat ihm auch die Erarbeitung des Gewässerrichtplans übertragen. Im Gegensatz zu allen anderen Gewässerrichtplänen im Kanton Bern, die durch das Tiefbauamt erarbeitet werden, ist hier der Wasserbauverband der Auftraggeber.

Der Gewässerrichtplan wird jedoch nicht vom Wasserbauverband im Alleingang erarbeitet, sondern gemeinsam mit allen betroffenen Organisationen.

Betroffenen Amtsstellen

  • Abteilung Naturförderung (LANAT-ANF)
  • Fischereiinspektion (LANAT-FI)
  • Amt für Wald und Naturgefahren (AWN)

Vereine und Verbände

  • Landwirtschaftlicher Verein Region Bern
  • WWF
  • Aqua Viva
  • Fischereiverein Saane-Sensetal

Unternehmungen und Infrastrukturbetreiber

  • ARA Sensetal
  • WAGROM (Trinkwasserfassung)
  • BWK
  • BLS
  • Groupe-e

Als Gesamtplaner wirkt Chistoph Stäussi, Lohner + Partner AG.

Aktueller Planungsstand

Momentan befindet sich der Gewässerrichtplan in der Projektentwicklung. In drei Workshops wurden die Interessen und Anliegen der Beteiligten erhoben. Die Aufnahme der bestehenden Schutzbauten ist erfolgt und wird im Sommer / Herbst 2026 aktualisiert.

Da der Gewässerrichtplan stark auf die zukünftige Wasserbewirtschaftung der Saane durch die Groupe-e ausgerichtet sein wird, steht der Wasserbauverband in Kontakt mit ihr. Die Groupe-e erarbeitet derzeit Varianten für ein neues Kraftwerk Schiffenen, wobei viele der dabei entstehenden Grundlagen direkt in den Gewässerrichtplan übernommen werden.

Zeitplan

  • Projektentwicklung: abgeschlossen
  • Massnahmenkonzept: Ende 2027

Die weiteren Phasen können erst ausgelöst werden, wenn die Wasserbewirtschaftung der Saane durch die Groupe‑e feststeht.

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