Für alle Gewässer mit erhöhtem Koordinationsbedarf - dazu gehört auch die Sense - werden im Kanton Bern Gewässerrichtpläne (GRP) erarbeitet. Diese Seite informiert über den aktuellen Stand der Umsetzungsarbeiten im Zusammenhang mit diesem Gewässerrichtplan.

Ausgangslage
Die Sense gehört zu den wenigen Gewässern im Kanton Bern, die nicht durch Wasserkraftanlagen beeinträchtigt sind. Im Unterlauf wurde die Sense aber anfangs des 20. Jahrhunderts begradigt und kanalisiert. Die damals erstellten Schutzbauten haben unterdessen ihre Lebensdauer erreicht. Aber auch der Wasserbau und die Ansprüche an die Gewässer haben sich in den letzten 100 Jahren stark gewandelt. Heute geht es darum, den Ausgleich zwischen den diversen und manchmal gegensätzlichen Schutz- und Nutzungsbedürfnissen zu finden. 2013 bis 2016 arbeiteten die Kantone Bern und Freiburg mit den Anstössergemeinden, Amtsstellen und der breiten Bevölkerung das Gewässerentwicklungskonzept Sense 21 aus. Der 2021 bis 2026 erstellte Gewässerrichtplan basiert darauf. Er zeigt diese Bedürfnisse auf und legt fest, in welchem Raum welches Bedürfnis Priorität hat.
Der Gewässerrichtplan betrachtet den Unterlauf der Sense, von der Einmündung des Schwarzwassers bis zur Einmündung der Sense in die Saane. Die geplanten Massnahmen beziehen sich auf die Sense und auf die Mündungsbereiche einzelner Seitenbäche.

Ziele
Ziel ist es, die zahlreichen Interessen wie Hochwasserschutz, Gewässerdynamik, Ökologie, Trinkwassergewinnung, Naherholung sowie Land- und Forstwirtschaft auf einander abzustimmen und so eine behördenverbindliche Grundlage für die wasserbauliche Planung der nächsten 15 bis 25 Jahre zu haben.
Die Sense bildet über 35 km die Grenze zwischen den Kantonen Bern und Freiburg. Der Wasserbau muss an einem Gewässer immer beide Ufer berücksichtigen. Es ist deshalb zentral, dass die Ziele über die Kantonsgrenzen hinweg gemeinsam definiert und die daraus abgeleiteten Massnahmen gemeinsam umgesetzt werden. Weil der Kanton Freiburg das Instrument des Gewässerrichtplans nicht kennt, haben die Freiburger Gemeinden Ueberstorf, Wünnewil-Flamatt und Bösingen die Inhalte des GRP Sense in ihre kommunalen Richtpläne übernommen.
Wasserbaukommission
Die Wasserbaukommission Sense koordiniert die Umsetzung der Richtplan-Massnahmen und führt die Umsetzungsliste nach. Sie setzt sich aus Vertretern und Vertreterinnen des Bundesamts für Umwelt, der betroffenen Fachstellen der Kantone Bern und Freiburg, der Anstössergemeinden Köniz, Ueberstorf, Neuenegg, Wünnewil-Flamatt, Bösingen und Laupen sowie der Planungsregionen Bern Mittelland und Sensebezirk zusammen und wird durch den Oberingenieurkreis II des Tiefbauamts des Kantons Bern geleitet. Die Kommission tritt mindestens alle zwei Jahre zusammen.


Wasserbauprojekte
Im Perimeter des Gewässerrichtplan Sense laufen aktuell nachfolgende Wasserbauprojekte:
- Hochwasserschutz Laupen (Wasserbauplan genehmigt, wird zurzeit realisiert, Bauabschluss voraussichtlich 2028)
- Flussaufweitung Sense Oberflamatt (Wasserbauplan genehmigt. 1. Etappe realisiert, 2. Etappe folgt ab Herbst 2027)
Medien/Kommunikation
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